Erfahrungen Migräne Piercing

meine Erfahrungen mit dem Migräne Piercing

Seit ich 16 Jahre alt war, leide ich an Migräne. Damals wurde ich im Krankenhaus und bei einem Neurologen durchgecheckt. Die Antwort auf alles hieß: "Die Migräne kommt durch Stress, welche Tabletten helfen dir?"

Ich antwortete "Dolormin". "Okay, dann nimm Dolormin, wenn es wieder so schlimm wird. Mehr kann ich nicht für dich machen."

 

So wurde ich damals abgefertigt. Ich erinnere mich, als wenn es gestern gewesen wäre. Heute ist man Gott sei Dank schon viel weiter, was Migräne angeht. Es gibt Migränepraxen, Schmerzambulanzen, bestimmte Behandlungsmethoden usw. Ich habe mich in den letzten Jahren, nicht mehr so sehr damit beschäftigt. Ich hatte mich irgendwie damit abgefunden, ständig Kopfschmerzen oder Migräne zu haben.

Meine Migräne Geschichte

Ich versuche mich kurz zu halten. Vor meiner ersten Schwangerschaft hatte ich sehr heftige Migräne Attacken, ich wusste teilweise nicht mehr wo oben und unten ist, ob ich liegen stehe oder sitzen sollte. Alles war scheisse. Meist habe ich die erste Zeit auf Toilette verbracht, da ich mich immer wieder übergeben musste. Manchmal habe ich irgendeine Position gefunden, die minimale Linderung verschaffte. Aber dann hieß es, nur nicht bewegen, denn sonst pochte wieder der ganze Schädel. Mal kam es vom Stress. Dann wenn ich mich übelst auf etwas freute. Wenn es auf einmal heiß wurde, es einen Wetterumschwung gab. Nach einem Shoppingtag usw. oder wenig Schlaf. Ich könnte sämtliche Situationen aufzählen, die Migräne bei mir auslösen. Es lösen nicht nur negative Dinge bei mir Migräne aus, sondern auch Positive. Die Migräne kam, wie sie wollte.  Meist beginnt es mit viel gähnen, tränenden Augen, Schwindel bis hin zur Übelkeit , Licht- und Geruchsempfindlichkeit. Es geht dann soweit, dass ich das Waschmittel des feuchten Waschlappens auf meiner Stirn nicht riechen kann und mich davon wieder übergeben muss. Oft werden die Kopfschmerzen oder die Migräne auch durch Verspannungen im Nackenbereich ausgelöst. Dabei fühle ich einen stechenden Kopfschmerz im Takt meines Pulsschlages, hinter den Augen und auf der Stirn. Oder es zieht halt vom Nacken hoch, dann lege ich meist noch ein Wärmekissen in den Nacken. In den Spitzenzeiten vor der ersten Schwangerschaft, habe ich bis zu 20 Tage im Monat Tabletten genommen, meist um den Kopfschmerzen entgegenzuwirken.  

Was Mir bei einem Migräneanfall hilft

Mir hilft eigentlich nur ein abgedunkelter Raum, ein Waschlappen auf die Augen, Ruhe und einen Eimer neben dem Bett. Denn Tabletten breche ich die erste Zeit nur wieder aus. Ich bin völlig ausgeknockt und die Gedanken kreisen nur darum, dass ich bitte einschlafe und ohne Migräne wieder aufwache. Bloß nicht bewegen ist hier die Devise, sonst kommt es alles sofort zurück. Deshalb ist es immer besonders schlimm, wenn ich mich in der ersten Phase ständig übergeben muss, denn dann bekomme ich es vom Kopf immer zehnfach zurück in dem der stechende Schmerz, im Takt des Pulses, noch viel heftiger wird. Ist die Phase des Übergebens überstanden, heißt es nur noch liegen, zur Ruhe kommen, schnell einschlafen. Danach langsam aufstehen, nur nicht zu schnell - sonst kann es sein, dass es bei mir wieder sofort von vorne losgeht. Falls ich es schaffe, oder halt an diesem Tag wieder aufzustehen muss, sollte ich Stress vermeiden und es ganz ruhig angehen lassen. Denn so ein Anfall steckt mir meist noch ein bis zwei Tage in den Knochen. Ich bin gerädert.

Wie es nach den Schwangerschaften weitereging

In meiner ersten Schwangerschaft, die Erlösung. Kein einziger Migräneanfall. Fast keine Kopfschmerzen. Welch ein befreiendes Gefühl. Nach der Schwangerschaft, hatte ich mal Kopfschmerzen, mal einen Migräneanfall mit Erbrechen, aber nie mehr so schlimm wie vor der Schwangerschaft. Man lernt irgendwie damit zu leben. Sich damit abzufinden. Aber mit diesem Umständen konnte ich mich zufrieden geben. Meist hatte ich jetzt Migräne, wenn ich meine Tage bekam. Nicht mehr jeden Tag Tabletten nehmen zu müssen, war befreiend. Doch nach meiner zweiten Schwangerschaft, die zu diesem Zeitpunkt fast 6 Monate zurückliegt, sollte wieder alles anders werden. 

"Wo bist du?komm bitte schnell vorbei oder ich muss den Notarzt rufen"

Obwohl ich stillte, bekam ich wieder sofort regelmäßig meine Periode. Und damit fing das ganze Dilemma wieder von vorne an. Ich hatte die heftigsten Migräneanfälle, wie ich sie früher hatte. Beim ersten Mal, war mein Mann da, so konnte ich mich schnell verkriechen und er kümmerte sich um unsere beiden Rabauken. Doch beim zweiten Mal, wusste ich nicht mehr, was ich machen sollte. Wer mich kennt weiß, dass ich alles andere als schmerzempfindlich bin und einiges wegstecken kann, aber ich konnte nicht mehr. Ich merkte es wird immer schlimmer und schlimmer, ich konnte mich kaum noch orientieren, meinen Säugling versorgen. Ich lag auf den Boden, die Hand nach oben gestreckt, auf der Couch - handysuchend. Ich kann kaum noch tippen, die Namen raussuchen, die mir jetzt helfen könnten. Mein Mann auf der Arbeit, nicht zu erreichen. Alle Omis arbeiten. Dann der Gedanke, ich kann nicht mehr, was soll ich machen? Kann ich den Notarzt rufen? Aber was ist mit meinen Kindern? Reiss dich zusammen Petra. Doch dann die Erlösung, eine liebe Freundin erreichte ich, weinend rief ich sie an. "Wo bist Du? Kannst du bitte sofort kommen, sonst muss ich den Notarzt rufen. Ich bin nicht mehr in der Lage mich um meine Kids zu kümmern." Sie kam sofort, innerhalb von fünf Minuten stand sie vor der Türe. Ich öffnete nur noch, sagte: "Der Kleine hat gerade gegessen" und ging nach oben. Natürlich ins Bad, um mich erst mal ein paar mal zu übergeben bevor ich ins Bett kroch. Da war sie wieder, die heftigeste Migräne aller Zeiten. Pünktlich an dem Tag, wo ich meine Periode bekam. Jetzt jeden Monat das Gleiche? Wie soll das gehen, mit zwei Kids? Ich brauche Hilfe. Eine Lösung. Was mache ich jetzt? 

Was ist wenn der nächste Anfall kommt? Ich brauche hilfe!

Erst mal Dr. Google befragen. Triptane? Okay, noch nicht mit beschäftigt. Ab in die Apotheke, aufklären lassen und etwas mitnehmen. Für den Notfall, ab in die Tasche damit. Mittlerweile merke ich wann es losgeht und wann ich was nehmen muss. Aber wieder Tabletten? Es muss noch was anderes geben.  Ich möchte noch eine andere Lösung haben. So bin ich auf die Piercingpunktur gestoßen. Auf eine Gruppe bei Facebook mit über 10.000 Mitgliedern und sehr vielen Erfahrungsberichten. Also habe ich mich eingelesen und mich damit beschäftigt. Vielen hilft es, manchen wiederum nicht. Aber was habe ich zu verlieren? Ich hatte nur Angst vor der Erstverschlimmerung, so kurz vor unserem geplanten Sommerurlaub.

Seit zwei Monaten habe ich jetzt das Migräne Piercing

In der Gruppe  "Piercingpunktur - Fakten und Erfahrungen" habe ich gelesen, dass es sogenannte Piercing Partys gibt. Und schnell stand für mich fest - so eine werde ich besuchen. Was hatte ich zu verlieren, richtig - gar nix. Und was würde man nicht alles dafür machen Migränefrei zu sein. Also beschäftigte ich mit den verschieden Punkten, die bei der Piercingpunktur gestochen werden. Und ich habe mich für den sogenannten "Nullpunkt" das Daith- Piercing entschieden. Dazu kann man aber auch ein Gespräch mit Steve Pierce oder seinen Mitarbeitern führen, was einem helfen könnte. Eine Garantie gibt es einfach nicht. Aber ein Versuch war es für mich wert.     

Piercing Party

Endlich kam der Tag, dem ich schon so lange herbeisehnte. Der 26. August 2017. Ich ging mega nervös zu dieser Party hin und hatte eine Freundin zum Händchen halten im Schlepptau. Party heißt in diesem Falle nicht, tanzen, saufen und abfeiern. Sondern eine Gastgeberin stellte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und lädt zu sich nach Hause ein, die Piercerin kommt dann angereist und versorgt alle mit dekorativen Piercing oder halt auch der Piercingpunktur.  

Wie läuft das Piercen ab

Ich habe mehrere Piercings, aber das in den Ohrknorpel stechen zu lassen, da hatte ich schon ein bisschen Schiss vor. Also erst mal allen Leidensgenossen "Hallo" gesagt, denn die meisten haben sich an diesem Tag das Migräne Piercing stechen lassen. Kurz mit der Piercerin gequatscht, unterschrieben und dann ging es los ins Räumchen. Es werden direkt beide Seiten beim Migränepiercing gestochen, denn die Erfahrungen sagten, die Migräne könnte auch "springen".  Also setzte ich mich auf die Liege (diese wird auch von der Piercerin zur Verfügung gestellt). Kurz die Steinchen ausgesucht, die ich gerne als Aufsatz hätte und dann gings auch schon los. Ausgemessen wird der Punkt mit einem Gerät, dass auch in der Akupunktur genutzt wird. Es fängt schneller an zu piepsen, wenn der Punkt gefunden worden ist, markiert und dann wird auch schon gestochen. Naja, brauche wohl niemanden zu erzählen, dass es nicht weh tut. Also es ist schon unangenehm, aber Migräne ist hundert Mal schlimmer und die Schmerzen schaffen wir auch irgendwie zu überstehen.  Heilen tut es bei mir recht schlecht. Aber das habe ich meinen liebevollen Sohn zu verdanken, der mein Gesicht inklusive Ohren gerne mal in seine Hände nimmt um mich zu knutschen. Drauf schlafen konnte ich wieder relativ schnell, aber es tut halt manchmal noch ein bisschen weh. 

Habe ich noch Migräne?

Ich hatte in letzter Zeit sehr viel Stress, irgendwie ist Moment der Wurm drin. Schlaf bekomme ich gerade auch nur mit Unterbrechung usw. , aber was soll ich Euch erzählen? Ich habe keinen einzigen Tag mehr Migräne gehabt. Kaum zu glauben oder? Die härteste Prüfung war die Fahrt in den Urlaub nach Italien. Zwei kleine Rabauken an Board, 14 Stunden Fahrt, die ganze Nacht wach - also eine Nacht ohne Schlaf. So Dinge mag mein Körper gar nicht. Mein Kopf mag das überhaupt nicht! Angekommen in Italien, müde , gestresst...ich merkte ja da geht's wieder los. Da kommt die Migräne. Es war der Anfang der Migräne, der Kopf fühlte sich komisch an, da war das Symptom, gleich kommt der Anfall. Aber es ging nicht weiter. Es gab keine Steigerung. Die Migräne ist nicht durchgekommen.  Abends lag ich total erleichtert im Bett und dachte "wow, das ist ja unfassbar- war das nur Zufall"? Aber trotz das die letzten Wochen sehr turbulent waren, in Sachen Hormone. Keine Migräne. Kopfschmerzen bin ich nicht los, die habe ich noch immer - aber damit kann ich super leben. Eine Erstverschlimmerung, wo ich am meisten Angst vor hatte, gab es auch nicht.

 

Ich werde berichten, wie es weiter geht. Und ich hoffe ich darf mich lange an dieses Gefühl erfreuen. Ich kann Euch nur raten, geht in die Gruppe bei Facebook "Piercingpunktur - Fakten und Erfahrungen" , lest es durch. Schaut wo die nächste Party in Eurer Nähe ist und geht hin. Und falls es Euch nicht hilft, habt ihr schöne neue Piercings, die auch noch schick aussehen. Falls kein Facebook vorhanden ist, googelt einfach nach Steve Pierce.


Das sind meine Erfahrungen mit dem Migräne Piercing und es kann bei jedem anders sein. 

 

Ich hoffe Euch hat mein Bericht gefallen und ich freue mich auf Eure Erfahrungen und Fragen. 

 

Wünsche Euch ein schöne und vor allem migränefreie Zeit!

Dort ist schon gekennzeichnet, wo mein Nullpunkt ausgemessen worden ist.
Dort ist schon gekennzeichnet, wo mein Nullpunkt ausgemessen worden ist.

Hier wird mir gerade das Piercing gestochen 

Hier seht ihr den Nullpunkt der mir gestochen worden ist. Der energetische Punkt, der vorallem bei Migräne gestochen wird. Weitere Wirkungen, die bisher beobachtet wurden,  sind unter anderem entspannter Nacken- und Schulterbereich, besseres Sehen - vorallem nachts. Mehr Energie, Kiefer wird lockerer, weniger Zähneknirschen in der Nacht.  Hilft bei Aura, Clusterkopschmerzen, normalen Kopfschmerzen und Migräne.
Hier seht ihr den Nullpunkt der mir gestochen worden ist. Der energetische Punkt, der vorallem bei Migräne gestochen wird. Weitere Wirkungen, die bisher beobachtet wurden, sind unter anderem entspannter Nacken- und Schulterbereich, besseres Sehen - vorallem nachts. Mehr Energie, Kiefer wird lockerer, weniger Zähneknirschen in der Nacht. Hilft bei Aura, Clusterkopschmerzen, normalen Kopfschmerzen und Migräne.

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Kommentare: 1
  • #1

    Momofdoublemm (Montag, 09 Oktober 2017 13:48)

    Wow, das werde ich wirklich probieren. Ich habe genau das gleiche! Mit meiner Tochter kamen die Migräne und die damit verbundenen Anfälle traumatisierend zurück. Beim ersten Kind war auch alles wie von Erdboden verschluckt. Glaubt man gar nicht. War wirklich schön diese "ruhige" Zeit. Aber jetzt... wöchentlich :-( ich werde da ausprobieren! Vielen Dank für deinen Beitrag, hat mir neue Wege geöffnet und ich freue mich sehr, das es dir besser geht!