Geburtsfotografie, ist das was für uns ?

Sollen wir uns in einer unserer intimsten Momente fotografisch begleiten lassen?

Für mich war die Frage ganz schnell mit "Ja" beantwortet. Denn es war immer ein großer Wunsch von mir, die Geburt unseres Kindes fotografieren zu lassen. Mich haben immer die Fotos und Videos aus Amerika fasziniert. Ich wusste also worauf ich mich einlasse.

 

Hier ist es ja leider noch nicht so gang und gäbe, so dass viele verunsichert auf dieses Thema reagieren, deshalb wollte ich mal meine Erfahrungen mit Euch teilen. 

 

Mein Mann allerdings war von der Idee überhaupt nicht angetan. Er hat nur mit dem Kopf geschüttelt und sagte "Wenn du es unbedingt willst, aber glaube nicht, dass ich auch nur eine Träne vergieße!"

Ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet. Denn welcher Mann möchte sich schon von der "schwachen" Seite zeigen zudem noch wenn er emotional reagiert und es auch noch auf Fotos festgehalten wird.  Ich glaube die wenigsten. Also sagte ich zu Ihm, dass ich es erst mal mit unserer Hebamme besprechen werde, was sie von dieser Idee hält. Wenn ich dann dort auch auf Ablehnung stoße, werde ich es mir noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen und über alles nachdenken.

Als ich dann in den nächsten Tagen zu unserer Hebamme gegangen bin, war sie von meiner Idee ebenfalls sehr angetan, war nahezu begeistert. Das bestärkte mich noch mehr und ich setzte mich mit der Fotografin in Verbindung. Wir verabredeten uns zu einem Vorgespräch um vorallem meinem Mann, all die "Sorgen und Ängste" zu nehmen. Denn unsere Hebamme und ich waren uns ja schon einig und haben uns auf das Shooting gefreut. Ich wusste ja worauf ich mich einlasse und hatte keinerlei Sorge oder Bedenken mich zu blamieren :D oder vielleicht doch ?!

 

Unsere Hebamme Carina von der Hebammenpraxis Lebensraum Goch kam zu diesen Gespräch mit, dies ist aber kein "muss", es war mein Wunsch. Wir beiden kannten unsere Fotografin auch schon von anderen Shootings. Carina, kannten wir schon von der Geburt unseres ersten Kindes und dieses Mal begleitete sie uns als Beleghebamme. <3 

Also wurden alle Fragen und Wünsche geäußert und dabei erzählte uns die Fotografin Annett Regh auch, dass die meisten Männer so ablehnend reagieren, aber dass sie nachher alle glücklich sind, diese wunderschönen Fotos in den Händen zu halten. Ich finde Männer deren Frau sich für die Geburtsfotografie entscheiden, sollten doch glücklich darüber sein. Die Männer müssen sich nachher nicht anhören, welch blöden Fotos sie mit ihrer Handykamera eingefangen haben. (So wie es bei unserem ersten Kind der Fall war "Hallo Schatz !";)). Und wir hatten eine gute Kamera in der Tasche, aber in diesen schönen Momenten fehlt meist die Zeit oder die Geduld diese noch rauszukramen. Also sind wir mal ehrlich, die wenigsten Männer können in solchen Momenten schöne Fotos machen. So können sich so voll und ganz auf die werdende Mutter konzentrieren.  

 

Welche Fragen wurden mir am meisten gestellt?

Nein er weint nicht, es wurde auch gelacht <3
Nein er weint nicht, es wurde auch gelacht <3

"Wird man deine Mumu sehen? Oder gar wie du Kacka machst?"

Vielen habe ich davon nicht erzählt. Doch wenn ich es mal nicht für mich behalten konnte, war die allererste Frage meist: "Waaas??? Du lässt fotografieren, wie der Kopf rauskommt oder gar auf dem Bett... machst?" 

Neeein.....! Natürlich nicht. Die Fotografin fotografiert nur vom Kopf aus, unsere zumindest. Wie sagte sie immer so schön, "Ich mache ja keine medizinische Dokumentation..." was es wohl sehr gut beschreibt. Es wurden wunderschöne und emotionale Momente eingefangen. 

Und wie läuft es ab, wenn's los geht?

Unsere Fotografin Annett Regh von der Geburtsfotografie NRW, hat sich immer mal wieder per Whatsapp erkundigt, wie es denn aussieht? Ob noch alles ruhig ist oder ob es schon bald los geht. Wir schrieben uns immer mal wieder um den errechneten Geburtstermin. Vorher hatte ich schon mit meiner lieben Hebamme Carina ausgemacht, wenn ich im Kreißsaal liege, dass ich mich um nichts anderes mehr kümmern muss, als um mich selber. Das heisst, sie hat die Fotografin zur richtigen Zeit zum Kreißsaal gerufen und aufeinmal war sie da. Denn die Fotografin ist um den errechneten Geburtstermin in Rufbereitschaft.

Fühle ich mich beobachtet?

Wer schon mal ein Kind bekommen hat, weiss wie es in der Endphase zu geht und wird verstehen, wenn ich sage: "Es ist dir scheissegal, wie viele und vorallem wer um dich herumsteht".

Wer noch kein Kind bekommen hat, dem sage ich - glaubt mir Ihr werdet es nicht bemerken. Ihr seid mit Euch selber mehr beschäftigt, als mit allem anderen. ;)

Für mich persönlich kann ich nur sagen, unsere Fotografin, die liebe Annett hat sich sehr zurückhaltend verhalten - immer im Hintergrund. Ich habe sie fast gar nicht wahrgenommen. Mein Mann hat ihr natürlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als wir (Carina und ich) während der Geburt. 

Er hatte ja auch mehr Zeit dafür! ;D

Nach ca. zwei Stunden hat sie sich kurz verabschiedet. Einen Tag später durfte ich schon die ersten Abzüge auf meinem Handy bestaunen und war mehr als angetan. 

Mein Halt. <3
Mein Halt. <3

Die Fotos

Einen kleinen Abzug der Fotos habe ich als Link auf meinem Handy bekommen und was soll ich sagen. Ich habe es mir schon schön vorgestellt, aber dieses Fotos waren die schönsten Fotos, die ich je gesehen haben. Nicht ekelig (was viele ja meinen) aber wie kann eine Geburt ekelig sein? Nicht peinlich! Auch wenn man nicht immer Herr seiner Sinne ist. Einfach nur wunderschön. Ich weiss gar nicht, wie oft ich sie mir im Krankenhaus schon angesehen hatte. Auf jeden Fall so oft, dass mich die Fotografin eine Woche nach der Geburt fragte, wem ich denn alles die Links zukommen lassen habe - da sie sehen konnte wie oft ich drauf zugegriffen habe. :D

 

 

Der Empfang unseres Babys <3 ( Ich habe stehend entbunden)
Der Empfang unseres Babys <3 ( Ich habe stehend entbunden)

Zum Abschluss

Wer schon den Schritt gegangen ist sich zu informieren, wie eine Geburtsfotografie abläuft sollte auch das Gespräch mit der Fotografin oder dem Fotografen aufsuchen um sich weitere Ängste oder Sorgen nehmen zu lassen. Ich finde ein vorheriges kennenlernen, ob es zwischen der Familie und dem Fotografen passt, sehr wichtig. Schließlich ist er/sie in einer der emotionalsten und intimsten Momenten dabei. Zudem gehört noch die Absprache mit der Hebamme oder dem Kreißsaal, aber darüber werdet ihr im persönlichen Gespräch informiert. Am schönsten fand ich es auch, die Geburt einfach mal aus einer anderen Perspektive zu erleben bzw. zu sehen. Denn vieles sieht man ja ganz anders oder überhaupt nicht. Und so kann man die ganze Geburt immer wieder anschauen und erleben. Einfach einzigartig.

Unsere Hebamme Carina Maassen mit unserem kleinen Rabauken
Unsere Hebamme Carina Maassen mit unserem kleinen Rabauken

Natürlich zeige ich Euch nur einige Fotos unserer intimsten Momente, denn sie sind für uns - und das soll auch so bleiben. Aber wer mal genauer hinschauen möchte, geht auf die Seite der Geburtsfotografie NRW. Dort bekommt ihr viele weitere Einblicke in die fotografische Geburtsbegleitung.

Ich hoffe, ich konnte euch einige Fragen beantworten und so manchen die Angst nehmen. Ansonsten könnt ihr mir auch gerne eine Mail schicken und ich beantworte gerne Eure Fragen.

 Bonding  <3 Und den Rest behalten wir für uns :)
Bonding <3 Und den Rest behalten wir für uns :)

Und noch ein paar persönliche Worte. 

 

Entbinden durften wir noch im Kreißsaal des St.Willibroard Spital in Emmerich und somit waren wir einer der letzten Familien, die dieses herzliche Team dort an diesem Ort noch erleben durften. Denn der Kreißaal wurde Ende Juni 2017 geschlossen.

Deshalb war es nicht nur für uns ein ganz besonderes Erlebnis, sondern auch eines der letzten Fotos die dort geschossen wurden. Ich bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich daran denke.

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Steffi (Dienstag, 26 September 2017 10:34)

    Hallo Petra und Anhang �
    Wo du damals schon von deiner Idee erzählt hast, war ich total begeistert. Manche Momente vergisst man auch oder erlebt sie wie im Rausch und kann sich nicht mehr dran erinnern. Nun habt ihr eines der schönsten Momente eures Lebens in Bildern.
    Lg Steffi

  • #2

    Svenja (Mittwoch, 27 September 2017 12:04)

    Toller Beitrag! Danke ❤️ Wir überlegen schon länger, Bzw ich, ob dass beim 2ten Kind etwas für uns wäre. Mein Mann reagierte ähnlich wie deiner. :)
    Auch für uns käme Annett in Frage, wohnen ja im selben Raum wie ihr. :)

    Es ist schade, dass in Emmerich geschlossen wurde! Wirklich sehr. Eine schöne besondere Erinnerung das ihr noch dort entbinden konntet :)